Dienstag, 27. Juni 2017

#3 thinktuesday - Wie war das mit dem Ex?


Tja, wo soll man denn beginnen? Am besten mit den Ersten.

Ich nenne ihn einfach Ludwig. Ich war noch keine 20 und er war irgendwie so erwachsen, dachte ich, immerhin war er 10 Jahre älter als ich. So ein stämmiges, kleines Dickerchen. Er ist beruflich nicht ortsgebunden, deshalb war er in Thailand unterwegs. Wir haben uns kennengelernt, da er die gleiche Leidenschaft teilte wie mein Vater, das Angeln. Ich hasste es zu angeln, da hätte ich es eigentlich wissen müssen. Die Beziehung hielte dann doch knapp drei Jahre. So lange ich nicht mehr als 55 kilo auf der Waage brachte war ich dann sein Schätzchen. Ich hatte dann irgendwann die Schnauze voll und entschließte mich nach Deutschland zu verschwinden. Damn, he was not amused! Surprise! Er hatte versucht es mir auszureden, er sagte, ich würde es sowieso nicht schaffen, denn ich kann ja nicht mal deutsch… Wenn man das so erzählt, könnt man denken "was für ein A***h". Er hatte auch gute Seiten, auch wenn ich sehr lang in mich gehen muss. Er war großzügig. Er hat mich mit Geschenken überhäuft. Wer das gerne mag, ist bei ihm bestimmt gut aufgehoben. Ich fühlte mich eher eingeengt. Ich habe beschlossen, mein Leben in Deutschland ohne ihn fortzuführen. Ich kann und will nicht als Hausfrau mein Dasein verbringen. Wir wären nie miteinander glücklich geworden.

Dann kam, nennen wir ihn, Siegfried. Im Gegensatz zu Ludwig sah er recht gut aus, aber ebenso ein Macho. Die Beziehung war wie eine Achterbahnfahrt. Entweder war man ganz obenauf oder ganz unten. Ich wusste nie, woran ich bin. Es gab viel Streit. Im Nachhinein weiß ich heute er war restlos überfordert mit mir. Nach eine ON-OFF Phase, rief er mich aus dem Urlaub an, und bat mich aus der Wohnung auszuziehen… Das Timing hätte nicht besser sein können. Mein Vater wurde erst vor eine Woche beerdigt, meine Abschlussprüfung stand bevor. Dank meine Intuition, hatte ich in der OFF Phase bereits ein kleines Zimmer angemietet. Ich kam noch nicht dazu das Zimmer zu kündigen, mein Glück, denn hier habe ich meine Trauzeugin kennengelernt. Heute gehört sie zu einer meinen besten Freundinnen. Ludwig und ich hatten eine OFF Phase, da habe ich dieses besagte Zimmer angemietet und bin dann ausgezogen. Ich wollte nicht mehr weiter machen, ich war am Ende. Die Beziehung hat von mir alles abverlangt. Rückblickend hätte ich mein Telefon ausschalten soll, aber ich liebte ihn ja noch... Das Telefon klingelte um Drei Uhr morgens und er flehte mich an nach "Hause" zu kommen.  Man sollte es meiden nach Mitternacht Entscheidungen zu treffen, ich hätte mir echt viel Kummer erspart. Tja, jetzt liegt er in der karibischen Sonne und ich darf wieder meine Sache packen. Zwei Wochen später zog eine andere Frau ein, zumindest waren ihre Klamotten bereits im Kleiderschrank eingeräumt. Das habe ich nur per Zufall erfahren, weil ich meine restlichen Sachen noch holen wollte. Ich habe ihn nie darauf angesprochen. Ich vermute, er hatte Angst mir das zu sagen. Immerhin war sie seine Arbeitskollegin. Liebe kann man nicht verhindern. Es passierte einfach. Blöd ist, wenn man dann betroffen ist.

Bis heute bereue ich keine einzige Beziehung die ich geführt habe. Ich habe nicht nur über andere, sondern auch viel über mich selbst gelernt. Ich bin mir ganz sicher, dass sie nicht aus Boshaftigkeit gehandelt haben. Jeder Jeck ist nun mal anders. Ich persönlich war auch nicht einfach. Ich machte mein Mund nicht auf. Ich sagte nie was ich wollte oder was mich störte. Am Ende des Tages saß ich weinend da, und die Jungs waren einfach nur überfordert.

Sie sind keine schlechten Menschen, nur weil sie (aus meiner Sicht) mir unrecht getan haben - ich kann ja viel erzählen. ^^

Ah, ich bin vom Thema abgekommen: Was ich sagen wollte ist, dass man mit jeder Erfahrung ein wenig klüger wird oder zumindest aus diese Erfahrung etwas gelernt hat. Man wächst mit seinen Aufgaben und Erfahrungen. Falls Du noch sauer auf Menschen aus deine Vergangenheit bist, let it go. Es bringt sowieso nichts. Mitten im Gefühlschaos trifft man vielleicht Entscheidungen, die andere verletzen können. Und wenn man es gemerkt hat, wäre eine Entschuldigung immer angebracht: Tut mir leid, dass ich so eine nervtötende Heulsuse war.

Muma und ich, wir sind jetzt beinahe 10 Jahre ein Paar. Wir erleben Höhen und Tiefen. Wir hätten unsere Beziehung beinah an die Wand gefahren. Am Ende haben wir uns zusammengerauft und wir sind heute glücklicher denn je. Wir gaben nicht auf. Wir haben uns versprochen auch in schwierigen Phasen immer mit einander zu reden und uns nicht gegenseitig zu beleidigen. Höflichkeit gehört in jede Beziehung. Toi toi toi, wir halten uns heute noch daran.

Mal sehen was die Zukunft uns noch so bringt.


von lateinisch ex für „aus“ oder „heraus“ 

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